Ostthüringer Drachen- und Gleitschirmfliegerverein Saalfeld e.V.
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Fragen und Antworten zum Gleitschirmfliegen

Falls du doch noch eine Frage hast, auf die du hier keine Antwort findest, dann schreib uns eine Mail über unser Kontaktformular oder an bernd@luftgleiter.de. Wir nehmen die Frage dann in unsere FAQ auf.




Kontaktaufnahme mit dem Gleitschirmfliegen



Was muss ich tun, um Gleitschirmpilot zu werden?

Du gehst zu einer Gleitschirmschule und meldest dich am besten zu einem Schnupperkurs an.

Ein Schnupperkurs geht einen Tag und enthält neben einer kurzen theoretischen Einweisung die praktische Unterweisung im Umgang mit dem Gleitschirm. Hierbei lernst du den Gleitschirm am Übungshang zu Starten. Bei günstigen Bedingungen fliegst du selbständig 5 bis 10 m über Grund und bekommst somit eine Vorstellung vom freien Fliegen und das Gefühl dafür, ob dieser Sport für dich geeignet ist.

Solltest du dich jetzt entschließen, einen Grundkurs zu belegen, dann verrechnet eine seriöse Flugschule die Kosten für den Schnupperkurs (in Thüringen ca. 60 Euro) im Grundkurs.



Wo kann ich das Gleitschirmfliegen lernen?

Auf keinen Fall im Selbstversuch oder mit einem “Piloten”.Dazu gibt es zu viele Dinge die bei Unkenntnis zu Gefahren und zu gefährlichen Flugzuständen führen können.

Ich habe Piloten die schon seit vielen Jahren fliegen gesehen, die selbst bei einem einfachen Klapper falsche Reaktionen zeigten. Wie wollen diese “Piloten” einem Einsteiger auf die möglichen Gefahren vorbereiten.

Zur Ausbildung gibt es geschulte Fluglehrer die genau wissen worauf sie im Einzelnen hinweisen müssen. Am Besten andere Flieger fragen, wie sie mit der Flugschule in der sie ihre Ausbildung gemacht haben zufrieden waren.
Wir können dir die Ostthüringer Gleitschirmschule empfehlen.

Weitere Flugschulen findest du hier.



Kann ich auch irgendwo mitfliegen?

Es gibt in wohl jedem Verein jemanden, der einen Passagierschein und einen Doppelsitzer hat. Einfach bei Kontaktpersonen anrufen.

Richtig professionell machen es aber die meisten Flugschulen. Auch hier können wir die in unserer Region ansässige Gleitschirmschule empfehlen. Ein Tandemflug kostet hier um die 60 Euro.

Die Altersbeschränkungen für Passagiere sind aufgehoben.





Vorraussetzungen für das Gleitschirmfliegen



Bin ich schon alt genug um Gleitschirm zu fliegen?

Mit Zustimmung deiner Eltern ist es in Deutschland ab 14 Jahren möglich die Ausbildung zu beginnen. Erste Prüfungen (A-Schein) kannst du mit 16 absolvieren.

In Österreich und auch anderen Ländern gibt es diese Altersbegrenzung nicht.



Bin ich nicht zu alt zum Gleitschirmfliegen?

Wenn du dich noch für körperlich und geistig fit hälst, dann bist du nicht zu alt.

Laut DHV liegt der Alterschwerpunkt der aktiven Piloten zwischen 30 und 40 (48,7%) Jahren. Da es für das Gleitschirmfliegen keine keine Altersbegrenzung nach oben gibt, ist fast zehnte (8,7%) Pilot älter als 50 Jahre. Erstaunlich, nicht wahr?

Auch in unserem Verein gibt Mitglieder, die trotz hohen Alters noch aktiv fliegen. Werner Schneider z.B. fliegt mit über 80 Jahren (1924 geboren) noch aktiv Gleitschirm.

Somit kannst du auch im hohen Alter noch Gleitschirm fliegen. Jedoch musst du individuell entscheiden ob du dich zu alt fühlst.

Falls du dir nicht zutraust selber die Steuerleinen in die Hand zu nehmen und das Fliegen zu übernehmen, kannst du dich ja vielleicht für einen Tandemflug begeistern.



Muss ich besonders sportlich sein, um Gleitschirmfliegen zu können?

Am Anstrengensten ist am Anfang die Rennerei im Grundkurs bei den Startübungen. Hier musst du nach jedem Startversuch den Übungshang wieder hinauf gehen. Trotz der ca. 20 kg die eine Gleitschirmausrüstung wiegt, schaffen es auch zierlich gebaute Frauen.

Du brauchst nicht besonders viel Kraft, aber ein Minimum an Sportlichkeit und Koordinationsfähigkeit (wer Fahrradfahren kann, ist auch in der Lage Gleitschirm zu fliegen). Du darfst Übergewicht haben, solange es sich in Grenzen hält.

Gleitschirmfliegen ist eine prima Motivation sich körperlich und geistig fit zu halten. Es gibt jede Menge aktive Gleitschirmflieger die weit über 70 Jahre sind.



Ich bin recht schwer. Hält der Gleitschirm mein Gewicht überhaupt aus?

Solange sich dein Übergewicht in Grenzen hält, kannst du ruhig das Gleitschirmfliegen ausüben.
Der Gleitschirm ist sehr stabil und trägt je nach Größe 60 bis 220 kg.



Kann ich jederzeit fliegen oder spielt das Wetter eine Rolle?

Jederzeit nicht. Aber dafür zu jeder Jahreszeit. Ob du fliegen kannst hängt sehr stark vom Wetter ab.

Es sollte schönes Wetter sein und Windgeschwindigkeiten bis maximal 28 km/h. Außerdem dürfen sich keine Gewitter in der Nähe befinden und keine Wetterfronten annähern.

Der Pilot muss sich deshalb vor jedem Flugtag über die konkrete Wetterlage in der Region informieren. Nur so kann man Gefahren ausschließen und erfährt noch ganz nebenbei die Prognose über die thermischen Verhältnisse.

Informationen zum Wetter erhält man telefonisch durch die Flugwetterberatung oder im Internet. In unserer Linksammlung haben wir dir viele Seiten zusammengestellt.

Falls du aus unserer Region kommst kannst du auch unsere Wetterstation unter der Nummer 0170 7287230 abrufen.



Brauche ich eine Genehmigung um Fliegen zu können?

Ja, genau wie man zum Führen eines Autos eine Fahrerlaubnis benötigt.

Bevor man solch eine Erlaubnis bekommt, muss man nach Abschluss einer Ausbildung eine Prüfung ablegen. In dieser Prüfung muss man neben dem theoretischen Wissen praktisch nachweisen, dass man in der Lage ist einen Gleitschirm sauber zu starten, eine vorgegebene Flugfigur zu fliegen und eine saubere Landung innerhalb eines 30 m Kreises zu fliegen.

Fliegt man ohne Fluglizenz, wird dies strafrechtlich nach der Luftverkehrsordnung ähnlich wie “Fahren ohne Fahrerlaubnis” bestraft.



Benötige ich zum Gleitschirmfliegen eine Versicherung?

Eine Haftpflichtversicherung ist gesetzlich vorgeschrieben und muss durch jeden Piloten bzw. für jeden Gleitschirm erworben werden. Der Deckungsumfang gilt bis zu einem Schaden von 1 Million Euro.
Durch die Mitgliedschaft in einem Verein erhält man diese zu günstigen Konditionen beim DHV.





Allgemeine Infos rund ums Gleitschirmfliegen



Welche Ausbildungen gibt es denn?

Eine Ausbildung ist in Deutschland zwingend vorgeschrieben.

Schnupperkurs

Wer sich nicht sicher ist, ob die Fliegerei die geeignete Sportart für ihn darstellt, sollte zuerst einen ein- bis zweitägigen Schnupperkurs besuchen. Dieser enthält neben einer kurzen theoretischen Einweißung die praktische Unterweisung im Umgang mit dem Gleitschirm. Hierbei lernst du den Gleitschirm am Übungshang zu Starten. Bei günstigen Bedingungen fliegst du selbständig 5 bis 10 m über Grund und bekommst somit eine Vorstellung vom freien Fliegen und das Gefühl dafür, ob dieser Sport für dich geeignet ist.

Grundkurs

Um allerdings Gleitschirmpilot zu werden muss man einen mindestens fünftägigen Grundkurs absolvieren. In diesem Kurs hat der Pilot gelernt mit dem Gleitschirm zu starten, in geringer Höhe zu fliegen und zu landen. Er darf nun unter Aufsicht eines Fluglehrers fliegen.

A-Schein

Um aber selbständig ohne Fluglehreraufsicht fliegen zu dürfen, benötigt der Flieger den beschränkten Luftfahrerschein (A-Schein). Dieser beinhaltet zum einen die Theorieschulung in:

  • Wetterkunde
  • Luftrecht
    - rechtliche Vorraussetzungen um Gleitschirm fliegen zu können
    - Orte an denen Flugverbot für Gleitschirmfliegen besteht (z.B. über Flughäfen)
    - Luftverkehrsregeln
  • Aerodynamik: Ursachen für Flugfähigkeit des Gerätes
  • Gefahreneinweisung: Reaktionen auf mögliche Gefahrsituationen werden erklärt
  • Gerätekunde
  • Naturschutz

Nach Praxis-und Theorieschulung erfolgt eine Prüfung. In dieser Prüfung muss man neben dem theoretischen Wissen praktisch nachweisen, dass man in der Lage bist einen Gleitschirm sauber zu starten, eine vorgegebene Flugfigur zu fliegen und eine saubere Landung innerhalb eines 30 m Kreises zu fliegen.

Streckenflug

Um jedoch Strecken fliegen zu dürfen, reicht der A-Schein nicht aus. Hierzu wird ein unbeschränkter Luftfahrerschein ( B-Schein) benötigt, indem luftrechtliche Kenntnisse vermittelt werden.
Beim Streckenflug landet der Pilot auf einem nicht für den Starplatz vorgesehenen Landeplatz und absolviert dabei in der Regel eine größere Strecke.

Windenschlepp

In flachen Gegenden ohne Berge besteht die Möglichkeit, sich mit einer Winde in die Luft schleppen zu lassen. Um eine Höhe von 300 bis 400 m zu erreichen, benötigt man eine Schlepplänge von ca. 1.000 m.
Um in die Luft gezogen werden zu dürfen ist auch eine extra Ausbildung notwendig. Weiterhin benötigt man mindestens zwei weitere Personen. Einen Windenführer und einen Startleiter. Auch der Windenführer benötigt um die Winde bedienen zu können eine spezielle Lizenz.
Im Prinzip funktioniert das Ganze wie bei einem Segelflugzeug. Der Start erfolgt zu Fuß, wobei die Zugkraft der Winde den Gleitschirm samt Piloten nach wenigen Schritten in die Luft zieht.

Doppelsitzer (Tandem)

Piloten mit großer Flugerfahrung und sicherer Beherrschung des Fluggerätes können eine Tandemberechtigung erwerben, die dem Pilot zu einer Passagiermitnahme berechtigt.
Ein Tandemschirm ist etwa doppelt so groß wie ein Soloschirm und trägt ab 140 bis 220 kg. Voraussetzung zum Erlangen einer solchen Lizenz ist eine zweijährige Flugerfahrung, 300 Höhenflüge mit einem Höhenunterschied von mehr als 500 m, Überlandberechtigung und sicheres Beherrschen des Gleitschirmes. Die Ausbildung selbst kostet ca. 400€ und geht über 5 Tage.



Wie ist so ein Gleitschirm aufgebaut?

Heutige Gleitschirme sind computerberechnete Hightech-Produkte.
Ihre Gleitzahl beträgt 1: 8. Das bedeutet, dass ein Pilot aus einem Kilometer Höhe etwa acht Kilometer weit gleitet. Die Maximalgeschwindigkeit des Paragliders (Gleitschirm) beträgt zwischen 50 und 60 km/h.

Das Fluggerät besteht aus 2 wichtigen Teilen:
Kappe des Gleitsegels: besteht aus Ober- und Untersegel, die durch Querrippen miteinander verbunden sind und die Form einer Flugzeugtragfläche aufweist

Leinensystem: verbindet Kappe und Tragegurt mit der Aufgabe die Form der Kappe zu bestimmen
Tragegurt: verbindet das Leinensystem mit dem Gurtzeug
Er ist nur im Luftgefüllten Zustand flugfähig. Die Gleitschirmkappe wird beim Start mit Luft gefüllt. Die anströmende Luft kommt im Inneren der Kappe zum Stillstand und erzeugt einen Staudruck. Durch diesen Staudruck wird der Gleitschirm “aufgeblasen” und entfaltet erst jetzt sein flugfähiges Profil. Damit der Gleitschirm aber mit Luft angeströmt werden kann, ist es grundsätzlich notwendig, entgegen der Windrichtung zu starten.

Es ist nicht empfehlenswert, schon vor dem A-Schein einen fabrikneuen Einsteigerschirm zu kaufen, da man diesen meist nur 1 bis 2 Jahre fliegt. Viel billiger ist es daher, nach dem L-Schein einen Gebrauchten Schirm mit neuem Herstellerscheck (vergleichbar mit TÜV) z.B. über eine Flugschule zu kaufen. Vor einem Privatkauf unbedingt von einem Fluglehrer über Schirmtyp, DHV-Einstufung, Gewichtsbereich und Geeignetheit beraten lassen.

Ein Gleitschirm hält etwa 6 bis 8 Jahre.



Wie stabil ist so ein Gleitschirm?

Ein normaler Gleitschirm hat ausgelegt eine Fläche von ca. 25 qm. Je nach Größe trägt er 60 bis 140 kg. Ein Tandemschirm ist fast doppelt so groß und trägt bis 240 kg.

Mit dem Gütesiegeltest untersucht der DHV mit einem speziellen Testwagen die aerodynamischen Flugeigenschaften und die Belastbarkeit des Gleitschirmes. Insbesondere muss der Gleitschirm eine Belastung von 6 G überstehen. 6 G bedeutet das sechsfache der Last eines normalen Fluges. 6 G sind nur im verbotenen Kunstflug erreichbar. Bei 6 G wiegt ein 80 kg schwerer Pilot 480kg!

Der Gleitschirm trägt dann ein Gesamtgewicht (Pilot + Ausrüstung) von etwa 720 Kg ohne das die Leinen reißen. Diese Belastungen müssen die Schirme aushalten um in den Handel zu kommen.



Wie lange hält so ein Gleitschirm?

Ca. 6 bis 8 Jahren, je nach Gebrauch und Sorgfalt. Er muss alle 2 Jahre einer gründlichen Kontrolle unterzogen werden. Diese Prüfung wird auf dem Schirm mit einem Gütesiegel nachgewiesen.

Beim Kauf eines gebrauchten Schirmes ist unbedingt auf dieses DHV-Gütesiegel zu achten.



Wie hoch, wie schnell und wie lange kann ein Gleitschirm fliegen?

Theoretisch kann man bis über 4000 m MSL (Meter über Meeresspiegel) fliegen. Die maximale Höhe ist durch die Wolkenbasis (Wolkenunterkante) begrenzt. In die Wolken darf man wegen Sichtmangel und dem zur totalen Orientierungslosigkeit führenden Flugzustand nicht fliegen.

Die Trimmgeschwindigkeit (normale Fluggeschwindigkeit) liegt je nach Schirmtyp bei 33 bis 38 km/h.

Die Minimalgeschwindigkeit liegt je nach Typ bei 20 bis 25 km/h. Bremst man den Schirm unter diese Minimalgeschwindigkeit reißt die Strömung ab, was zum Fullstall bzw. in niedriger Höhe zum Absturz führt.

Die Höchstgeschwindigkeit ist je nach Gerätetyp 40 bis über 50 km/h. Moderne Wettkampfschirme erreichen heute Geschwindigkeiten von über 60 km/h.

Im Gleitflug (ohne Thermik und Wind) sinkt ein Gleitschirm durchschnittlich ca. 1,2 m pro Sekunde. Ein Gleitflug bei unseren niedrigen Bergen von ca. 300 m Höhendifferenz (Start- Landeplatz) dauert dabei ca. 4 Minuten. Keine lange Zeit aber die ersten eigenen Flüge werden ein unvergessliches Erlebnis bleiben.

Später, wenn man die Thermik und den Hangaufwind nutzt, fliegt man ohne weiteres 2 bis 3 Stunden. Profis fliegen bis zu 8 Stunden und legen dabei Flugstrecken von über 200 km zurück. Erfahrene Gleitschirmflieger ohne sportliche Ambitionen fliegen bei günstigen Wetterlagen auch schon mal mehr als 100 km.



Welche Rekorde wurden mit dem Gleitschirmfliegen erreicht?

War ein Flug über 100 Kilometer Ende der 80er Jahre von vielen als eine Wunschvorstellung angesehen, so wurde er schon Anfang der 90er Jahre Realität und ist heute für geübte Piloten keine Seltenheit mehr.

Bei guten Verhältnissen gelingt es geübten Piloten bis auf Höhen von über 4.000 Metern aufzusteigen. In besonderen Gebieten wie Südafrika können sogar Höhen von nahezu 6.000 Metern erreicht werden.

Der aktuell bekannte Streckenflugrekord liegt bei 335 Kilometern. Er wurde im Jahr 1999 von dem Australier Godfrey Wenness aufgestellt.

Der Höhenrekord liegt z.Z. bei einer Flughöhe von etwa 5.8000 Metern und wurde durch den Engländer Robbie Whittal im Jahr 1995 aufgestellt.



Kann man mit dem Gleitschirm Kunstflug ausüben?

Echter Kunstflug ist in Deutschland mit dem Gleitschirm verboten. Es gibt einige wenige Spezialisten weltweit, die es mit entsprechender Ausrüstung und Erfahrung doch tun.

Achtung: einen Looping zu fliegen erfordert jahrelanges Training, spezielles Gerät, doppelte Rettung usw. Man braucht mindestens 120 km/h im unteren Scheitelpunkt um den Looping beenden zu können. Macht man was falsch, fällt man mit großer Wahrscheinlichkeit ins eigene Segel, so dass man nicht einmal mehr in der Lage ist, die Rettung zu werfen. Ein gefährliches Spiel, wenn man nicht genauestens weiß was man tut.

Steilspiralen mit bis zu 90 Grad Schräglage (und entsprechender Fliehkraft!) sind ohne weiteres möglich. Man kann sich langsam an solche Flugmanöver herantasten.

Die Beherrschung solcher Flugfiguren (Abstiegshilfen) gibt einem sogar zusätzliche Sicherheit und man lernt sein Gerät besser kennen. Diese Flugfiguren sollte man nur unter Anleitung in einem Sicherheits- oder Performancetraining erlernen.



Wer fliegt so alles Gleitschirm?

Aufgrund dieser Einfachheit und dem Wunsch etwas neues zu erleben würden laut einer aktuellen Untersuchung der GfK – Gesellschaft für Konsumforschung – 15,7% der Deutschen (8,32 Mio. Menschen) gerne das Gleitschirmfliegen ausprobieren.

Tatsächlich fliegen aber nur ca. 30.000 Personen in Deutschland. Von jenen Fluginteressierten sind 64,6% Männer und 35,4% Frauen.

Jedoch wird er so nicht in die Realität umgesetzt. Denn tatsächlich sind nur 12,6% der deutschen Gleitschirmflieger weiblich.



Wie transportiert man einen Gleitschirm?

Der Gleitschirm mit allem Zubehör (Schirm, Gurtzeug, Helm, Anzug, Vario) ist in einem Packsack, (übergroßer Rucksack) untergebracht. Alles zusammen wiegt ca. 20 kg.

Man kann ihn bequem im Auto im Kofferraum transportieren. Auf den Weg zum Startplatz trägt man ihn auf den Rücken wie einen Rucksack. Es gibt keine Probleme mit dem Transport auf einem Sessel- oder Kabinenlift.



Wo darf ich Gleitschirmfliegen?

In Deutschland darf man nur auf zugelassenen Fluggeländen Starten. Die zugelassenen Gelände erfährt man vom DHV oder über die Vereine.

Gelandet wird eigentlich auf zugelassenen Landewiesen, die sich meist unterhalb der Startplätze befinden.

Sofern man im Besitz des B-Scheins (Überlandberechtigung) ist, kann man im Prinzip überall auf großen hindernisfreien Wiesen landen. Man sollte nur darauf achten, keinen Flurschaden anzurichten. Falls man doch mal was falsch gemacht hat, ist es Ehrensache und Pflicht, den Geschädigten zu informieren und Schadenersatz zu leisten.



Welche Ausrüstung brauche ich denn zum Gleitschirmfliegen?

Kleidung

Die Kleidung besteht aus:

einem speziellen Overall (Ganzkörperanzug), der bequem sein und vor Kälte schützen sollte
einen Helm, der ein möglichst großes Sichtfeld bietet
gelenk-stützende, knöchelhohe nicht rutschende Wanderschuhe
wärmende Skihandschuhe
eine Sonnenbrillebei starker Sonne

Gleitschirm

Der Gleitschirm besteht aus Ober- und Untersegel, die durch Querrippen miteinander verbunden sind.

Er ist nur im Luftgefüllten Zustand flugfähig. Die Gleitschirmkappe wird beim Start mit Luft gefüllt. Die anströmende Luft kommt im Inneren der Kappe zum Stillstand und erzeugt einen Staudruck. Durch diesen Staudruck wird der Gleitschirm “aufgeblasen” und entfaltet erst jetzt sein flugfähiges Profil. Damit der Gleitschirm aber mit Luft angeströmt werden kann, ist es grundsätzlich notwendig, entgegen der Windrichtung zu starten.

Es ist nicht empfehlenswert, schon vor dem A-Schein (Freifliegerschein) einen fabrikneuen Einsteigerschirm zu kaufen, da man diesen meist nur 1 bis 2 Jahre fliegt. Viel billiger ist es daher, nach dem L-Schein (Grundschein) einen Gebrauchten Schirm mit neuem Herstellerscheck (vergleichbar mit TÜV) z.B. über eine Flugschule zu kaufen.

Vor einem Privatkauf unbedingt von einem Fluglehrer über Schirmtyp, DHV-Einstufung, Gewichtsbereich und Geeignetheit beraten lassen.

Gurtzeug

Das Gefühl in einem Gurtzeug zu sitzen ähnelt dem, in einen weichen Sessel zu rasten. Der Unterschied ist, dass dieser “Sessel”, der ein Herausfallen des Piloten durch Bein-, Brust- und Schultergurte verhindert, in der Luft am Gleitschirm hängt.

Das Gurtzeug dient dadurch als Verbindung des Piloten mit dem Gleitschirm.

Die wichtigste Aufgabe des Gurtzeugs ist es aber, den Piloten bei einer harten Landung oder einem Sturz aus geringer Höhe zu schützen. Dazu ist das Gurtzeug im Rücken- und Gesäßbereich mit Schaumstoffprotektoren oder Staudruckairbags ausgestattet.

Ein Gurtzeug kann man sich von Anfang an neu kaufen. Achte auf eine Musterzulassung. Am besten bei einem Händler Probesitzen bzw. Probefliegen. Es hält etwa 10 Jahre.

Wichtige Kaufkriterien sind:

Wo ist die Rettung befestigt Front-, Seiten- oder Rückencontainer?
Sitze ich auch noch nach Stunden bequem?
Sind Staufächer angebracht, an die ich notfalls auch im Fliegen gelange?
Kann ich Fotoapparat und Funkgerät gut verstauen?
Ist ein Rückenprotektor vorhanden (es ist verboten ohne zu fliegen)?
Ist eine Sicherheitsbindung vorhanden (Kombinationsschlaufe Bein- Brustgurt, die offene Beinschlaufen verhindert)?
Handelt es sich bei den Verschlüssen um moderne Schnellverschlüsse?

Rettungsschirm

Der Rettungsschirm ist eine Art Notfallschirm. Seine Mitname ist vorgeschrieben (Flüge über 50 m Bodenabstand). Er wird im Gurtzeug untergebracht und kann im Notfall (unkontrollierter Flugzustand) vom Piloten über einen Auslösegriff geworfen werden.

Der Rettungsschirm muss regelmäßig (ca. alle 3 Monate einmal bzw. maximal 3 Monate vor einem Flug) neu gepackt werden. Dieses Packen wird von Flugschulen angeboten. Mit einem Packerlehrgang, darf man es auch selbst durchführen.

Ihn kann man sich zusammen mit dem Gurtzeug von Anfang an neu kaufen. Seine Lebensdauer ist auch bei Nichtbenutzung auf 10 Jahre begrenzt.

Instrumente

Nützlich für das Gleitschirmfliegen sind verschiedene Instrumente.

Ein Variometer ist nach bestandener Prüfung wohl die nächste, unverzichtbare Anschaffung. Ein Variometer zeigt dem Piloten beim Fliegen Steigen und sinken an. Diese Bewegungen werden gleichzeitig durch Töne ausgegeben. Hoher Ton = Steigen, Tiefer Ton = Sinken. Wenn man nicht gleich an Meisterschaften teilnehmen will, reicht das einfachste Modell ab ca. 350 DM aus.

Zur Ortsbestimmung ist ein GPS (Satelliten- Navigations- System) hilfreich.

Ein Barograph (Höhenschreiber) dient der Streckenflugdokumentation bei Wettkämpfen.

Zusätzlich kann man mit einem Anemometer (Windmesser) die Geschwindigkeit des Piloten gegenüber in der ihn umgebenden Luft messen werden.



Eine DHV-Klassifizierung: Was ist das?

Der DHV unterteilt Gleitschirme in drei Klassen. Mit steigender Kategorie (Klasse) nimmt die Leistung des Gleitsegels und die Anforderung an den Piloten zu.

Somit ist für Anfänger empfehlenswert, Fluggeräte der Kategorie 1 oder 1-2 zu fliegen, da Gleitschirme dieser Kategorie ein gutmütiges Flugverhalten besitzen und auch größere Pilotenfehler verzeihen.

Geräte der Kategorie 2 sind dagegen für fortgeschrittene Piloten, die regelmäßig fliegen, geeignet, da diese ein anspruchsvolleres Flugverhalten haben sowie dynamisch auf Störungen und Pilotenfehler reagieren.

Die Einstufungen 2-3 und 3 sind nur für Piloten mit überdurchschnittlichen Erfahrungen bestimmt, denn diese als Hochleister bezeichneten Gleitschirme verlangen höchste Aufmerksamkeit und Professionalität vom Piloten.

Hier noch eine genaue Übersicht:

1
Gleitschirme mit einfachem, weitgehend fehlerverzeihendem Flugverhalten.

1-2
Gleitschirme mit gutmütigem Flugverhalten.

2
Gleitschirme mit anspruchsvollem Flugverhalten und dynamischen Reaktionen auf Störungen und Pilotenfehler. Für Piloten mit regelmäßiger Flugpraxis.

2-3
Gleitschirme mit sehr anspruchsvollem Flugverhalten und heftigen Reaktionen auf Störungen und geringem Spielraum für Pilotenfehler. Für Piloten mit umfassender Flugerfahrung und regelmäßiger Flugpraxis.

3
Gleitschirme mit sehr anspruchsvollem Flugverhalten und sehr heftigen Reaktionen auf Störungen und geringem Spielraum für Pilotenfehler. Für Piloten mit überdurchschnittlich hohem Pilotenkönnen.





Der Start, das Fliegen, die Landung



Wie lange dauert es, bis der Gleitschirm startklar ist?

Geübte Piloten können nach ca. 10 Minuten zum Abflug fertig sein. An erster Stelle steht aber die Sicherheit, weshalb man sich bei den Startvorbereitungen immer genügend Zeit nehmen sollte.

Zuerst nimmt man das Gurtzeug und den Gleitschirm aus dem Packsack. Danach legt man sich den Helm und das Gurtzeug an. Den Gleitschirm breitet man flach auf dem Obersegel auf dem Startplatz und sortiert die Leinen. Wichtig ist darauf zu achten, dass keine Leinen miteinander verknotet sind. Anschließend befestigt man die Tragegurte des Gleitschirmes mit dem Gurtzeug und schon ist man abflugbereit.

Vielleicht hast du schon Gleitschirmflieger gesehen, die startklar am Berg saßen und warteten. Worauf haben die denn gewartet?

Wenn der Pilot startklar ist, heißt das noch lange nicht, dass er dann auch gleich starten kann. Er muss auf die richtigen Windverhältnisse warten. Denn der Gleitschirm enfaltet nur bei anströmender Luft sein flugfähiges Profil. Aber wenn der Wind passt, kann es dann endlich losgehen.



Wie wird gestartet?

Der Gleitschirm muss grundsätzlich gegen den Wind gestartet werden. Deshalb ist es wichtig, entsprechend der vorherrschenden Windrichtungen den richtigen Startplatz auszusuchen.

Beim Starten fasst man die Steuerleinen und die A-Gurte und läuft gegen den Wind an. Der Schirm, der sich mit der anströmenden Luft füllt, beginnt bis über den Piloten zu steigen. In diesem Moment führt der Pilot einen Kontrollblick aus, wobei er überprüft, ob alle Leinen auch tatsächlich frei sind und der Schirm vollständig geöffnet ist. Ist alles o.k. beschleunigt er so lange, bis er sich vom Boden abhebt.

Grund für das Abheben ist in erster Linie im Gefälle des Startplatzes zu finden. Es ist größer als der Gleitwinkel des Gleitschirmes. Der Gleitwinkel eines Gleitschirmes beträgt ca. 1:7. Das bedeutet bei einem Höhenmeter bewegt er sich ca. 7 m vorwärts.



Wieso hebt der Gleitschirm beim Start ab?

Der Gleitschirm ist ein besonderes Fluggerät. Im normalen Zustand, wenn er auf dem Boden liegt ist er nicht flugfähig. Die Gleitschirmkappe wird beim Start mit Luft gefüllt. Die anströmende Luft kommt im Inneren der Kappe zum Stillstand und erzeugt einen Staudruck. Durch diesen Staudruck wird der Gleitschirm “aufgeblasen” und entfaltet erst jetzt sein flugfähiges Profil. Damit der Gleitschirm aber mit Luft angeströmt werden kann, ist es grundsätzlich notwendig, entgegen der Windrichtung zu starten.

Ist der Wind sehr schwach, muss der Pilot dies beim Start durch Geschwindigkeit wieder ausgleichen. Das heißt er muss schneller rennen.

Grund für das Abheben ist in erster Linie im Gefälle des Startplatzes zu finden. Es ist größer als der Gleitwinkel (Gleitzahl) des Gleitschirmes.



Was muss ich beim Starten beachten?

Beim Auslegen des Schirmes und den Startvorbereitungen solltest du dich nicht durch Fragen herumstehender Personen ablenken lassen. Es ist nicht unhöflich, den Fragesteller auf einen Zeitpunkt nach den Startvorbereitungen zu vertrösten. Ist alles o.k. kann man ja immer noch ein bisschen Fliegerlatein zum Besten geben…

5 Punkte Check

Unmittelbar vor dem Start wird der 5 Punkte Startcheck durchgeführt.

  • Ist die Rettung geschlossen (Splint gesichert) und die Eintrittskante offen?
  • Sind Leinen, Tragegurte und Bremsleinen frei?
  • Sind Helm und alle anderen Gurte geschlossen?
  • Steht der Wind richtig an?
  • Ist der Luftraum frei?

Wenn alles stimmt, gefühlvoll anlaufen und dabei die A-Leinen mit ausgestreckten Armen führen, bis der Schirm vollständig über dem Piloten steht. Leicht anbremsen, um ein Überschießen der Kappe zu verhindern und dabei Kontrollblick durchführen.

Stimmt alles, wird eine Körpervorlage eingenommen und kräftig bis zum Abheben beschleunigt. Auf keinen Fall gleich nach dem ersten Abheben hinsetzen, da man durch eine Turbulenz durchaus noch einmal Bodenkontakt bekommen kann.



Wie fliegt der Pilot in der Luft? Wie lenkt er?

Das Lenken in der Luft ist denkbar einfach: um nach rechts zu fliegen – rechte Steuerleine ziehen; um nach links zu fliegen – linke Steuerleine ziehen.

Durch das Ziehen der jeweiligen Steuerleine (Bremse) wird die Hinterkante des Segels heruntergezogen. Dieses Ziehen hat eine Verlangsamung der jeweiligen Schirmhinterkante zur Folge.

Zusätzlich kann man den Schirm durch Gewichtsverlagerung in die entsprechende Richtung steuern.



Wie wird gelandet?

Gelandet wird, wie beim Start, auch gegen den Wind. Kurz vor der Landung richtet sich der Pilot auf und bremst den Schirm auf Minimalfahrt herunter. Sobald er mit den Füßen den Boden berührt, läuft er ein paar Schritte mit. Durch das Herunterbremsen der Geschwindigkeit und den Gegenwind erreicht der Pilot, dass er beim Aufsetzen auf den Boden nicht so schnell rennen muss.

Weil Start und Landung am Anfang die schwierigsten Flugmanöver sind, werden sie bei der Ausbildung besonders intensiv geübt.



Was muss ich beim Landen beachten?

Die Position in einer Höhe von mindestens 150 m anfliegen. Am Windversatz der ersten Positionsrunde erkennt man bereits Richtung und Stärke des Windes. In den Alpentälern wird der Talwind nach unten hin zunehmen!

In der Position kreist man die Höhe bis auf 100 m bis 70 m ab, unter ständiger Beobachtung des Peilpunktes (die Stelle, wo man aufsetzen will). Durch das systematische Beobachten des Peilpunktes und des eigenen Sinkens erhält man die Information, wann man mit dem Gegenanflug beginnen muss. Der Gegenanflug (und damit auch der Queranflug) wird so platziert dass man jederzeit in Richtung Landepunkt abknicken kann. Hat man das Gefühl, dass der Gegenanflug zu hoch liegt, vergrößert man das U durch Verschieben des Gegenanflugs nach außen und Verlängerung des Queranflugs, und umgekehrt.

Der Queranflug liegt in einem Bereich ohne jegliche Hindernisse genau vor der Landewiese! Kommt man zu niedrig an oder sinkt der Gleitschirm schneller als erwartet, wird der Queranflug rechtzeitig abgebrochen oder umgekehrt. Der Endanflug wird durch abbremsen verkürzt (Vorsicht nicht überbremsen – Stallgefahr) bzw. durch Freigeben der Bremsleinen verlängert.

TIPP: eine aufrechte Körperposition verringert die Gleitzahl erheblich, eine flache Körperhaltung erhöht die Gleitzahl.





Ängste zum Gleitschirmfliegen



Ist Gleitschirmfliegen gefährlich?


Gleitschirmfliegen ist so gefährlich wie der Pilot

Wenn man sich an das was man während der Ausbildung gelernt hat hält und vor und während des Fluges die Witterungsverhältnisse beachtet, ist dieser Sport nahezu ungefährlich.

Eine gute Gleitschirmausbildung kann dem Piloten aber nur bestimmte Grundregeln im Umgang mit seinem Fluggerät beibringen. Wie er diese jedoch umsetzt, liegt in der Hand jedes einzelnen Piloten.

Das heißt, für einen Piloten der beim Fliegen höhere Risiken eingeht und seine eigenen Fähigkeiten nicht richtig einschätzt, stellt Gleitschirmfliegen eine höhere Gefahr dar, als für einen Piloten, der verantwortungsbewusst hohe Risiken scheut.

Gleitschirmfliegen ist also insofern gefährlich, in welchem der Maße der Pilot seine eigene Leistungsfähigkeit im Bezug zu seinem Fluggerät nicht realistisch einzuschätzen vermag und unter seinem Leistungsvermögen nicht adäquaten Flugbedingungen startet. Falsch ist es, bei Witterungsbedingungen zu starten, die im Grenzbereich liegen. Vor allem wird der unerfahrene Pilot dabei schnell überfordert sein und der Flug nicht zur Lust sondern zum Frust führen.

Nur wer wirklich Rückgrat hat, packt seinen Gleitschirm auch vor hundert sensationslüsternen Zuschauern wieder ein ohne zu starten, wenn das Wetter oder der Wind nicht passen!


Flugsicherheit stand Ende der 80er an 2. Stelle

Für viele Piloten stand Ende der 80er Jahre die Faszination des Gleitschirmfliegens im Vordergrund, was sie zu vielen Leichtsinnsfehlern verleitete. Auch bei der Herstellung damaliger Schirme wurde vor allem auf ihr Leistungspotential geachtet. Die Sicherheit rückte in den Hintergrund. Dies ließ die Unfallzahlen drastisch ansteigen und Gleitschirmfliegen eher zu einem Spiel mit dem Tod werden. Um dieses Problem zu entschärfen wurden die Ausbildungsrichtlinien massiv verschärft. Gleitschirme mussten in einem Zulassungsverfahren in extremen Flugsituationen getestet werden, bevor sie auf den Markt kamen. Somit gewann die Sicherheit immer mehr an Bedeutung und ließ die Unfallzahlen zurückgehen.


Flugsicherheit wird heute groß geschrieben

Heute steht die Flugsicherheit an erster Stelle. So wird Piloten mit Gleitschirmen ohne Zulassung oder Gütesiegel, die Starterlaubnis verweigert. Weiterhin muss jeder Gleitschirm inner-halb von zwei Jahren zu einer Nachprüfung, in welcher das Fluggerät auf seinen Zustand überprüft wird. Besitzt ein Pilot keine vorschriftsmäßige Flugausrüstung (z.B. Helm oder Rettungsschirm) oder kann er keine notwendige Gleitschirmausbildung nachweisen, darf er nicht starten.


Unfallzahlen sind in den letzten Jahren kontinuierlich zurückgegangen

Aufgrund dieser Maßnahmen sind in den letzten Jahren die Unfallzahlen kontinuierlich zurückgegangen. So verminderte sich bei anwachsender Zahl von Piloten die Zahl der Verunfallten. Verunglückten im Jahr 1997 noch 166 von den 16296 aktiven Gleitschirmfliegern (1,02% Verunglückte), so verunfallten im Jahr 1999 nur noch 116 von den 20091 gezählten Gleitschirmpiloten (0,58% Verunfallte).


Ursachen für Unfälle

Diese geringen Unfallzahlen, die hauptsächlich im Frühjahr und in der sommerlichen Urlaubssaison ansteigen, haben ihre Hauptursache in Pilotenfehlern. Nur etwa 2 % der Gleit-schirmunfälle sind auf Materialfehler zurückzuführen. Zu 98% passierten die Unfälle auf-grund menschlichen Versagens. Von dieser Art Unfälle sind nur etwa 10% fremdverschuldet. Somit sind Unfälle beim Gleitschirmfliegen v.a. durch Eigenverschulden entstanden. Die Eigenverschulden waren: Mangel an Erfahrung, falsche Pilotenreaktionen und Fehleinschätzung des Wetters.


Für nahezu gefahrlose Ausübung sind folgende Punkte zu beachten

Die Hauptunfallursache – Eigenverschulden – kann nahezu vermieden werden. Denn erst die Beachtung folgender Punkte ermöglichen eine nahezu gefahrlose Ausübung des Gleitschirmfliegens.

  • Beherrschung der theoretischen Grundlagen
  • Beherrschung des gewählten Geräts
  • Beherrschung der Praxis
  • Beachtung der Sicherheitsvorschriften
  • Selbstbeherrschung
  • großer Respekt vor der Natur


Restrisiko bleibt wie bei anderen Dingen

Jedoch gibt es, wie bei anderen Dingen, immer ein Restrisiko. Wer versichert mir, dass ich z.B. als sicherer verantwortungsvoller Autofahrer unfallfrei bleibe? Könnte mir nicht ein Geisterfahrer auf der Autobahn entgegen kommen oder mir ein anderer die Vorfahrt nehmen? Ebenso könnte ein Gleitschirmpilot trotz aller Sicherheitsvorkehrungen mit einem anderen unvorsichtigen Piloten kollidieren.



Kann ein Gleitschirm eigentlich abstürzen?

Nein, abstürzen kann er nicht. Es kann in stark turbulenter Luft vorkommen, dass der Schirm großflächig einklappt. Einsteigerschirme öffnen in der Regel auch ohne Pilotenreaktion in kurzer Zeit wieder.

Selbst wenn es dem Piloten aufgrund eines außergewöhnlichen Umstandes nicht gelingt den Schirm wieder zu öffnen, hat er immer einen Rettungsschirm (Notfallschirm) dabei, der bei Höhen von über 50 Meter (wegen der Öffnungszeit) in der Lage ist, die Fallgeschwindigkeit so stark zu vermindern, dass ein Verletzungsfreies Aufsetzen auf dem Boden möglich ist.

Wichtig ist deshalb immer, dass jeder Pilot ein solches Gerät fliegt, dessen Einstufung er aufgrund seiner persönlichen Erfahrung gewachsen ist und der seinem Gewicht angepasst ist. D.h. fliegt ein Anfänger mit einem Hochleistungsgerät, wird er sehr schnell überfordert sein und der Schirm über ihn die Oberhand gewinnen.



Kann mir beim Fliegen übel und schwindlig werden?

Nur wenige Menschen haben wirklich Höhenangst. Viel verbreiteter und physiologisch bedingt ist das Schwindelgefühl, welches man beim senkrechten Herunterschauen vom Fenster oder über ein Geländer ab einer gewissen Höhe bekommt. Dieses Gefühl kommt daher, dass der optische Eindruck nicht mit dem des Gleichgewichtssinns zusammenpasst.

Beim Fliegen ist es ganz anders! An die Belastungen im Flug gewöhnt sich der Körper schon nach wenigen Momenten und man denkt kaum noch daran, zumal man in dem Gurtzeug wie in einem Sessel sitzt und die Verschlüsse ein Herausfallen unmöglich machen. Man wird durch die Luftbewegung auch nicht seekrank (jedenfalls nicht bei normalem Wetterlagen), ein Gleitschirm schaukelt viel weniger als ein Schiff.

Es gibt einzelne Piloten, die in großer Höhe ein flaues Gefühl im Magen bekommen und daher lieber nicht so hoch fliegen.



Kann ich nicht Höhenangst bekommen?

Man kann Höhenangst durch Gewöhnung überwinden. Der Begriff Höhenkrankheit bezieht sich ausschließlich auf die Auswirkungen des niedrigen Luftdrucks in alpinen Höhen von über 4000 MSL (Meter über dem Meeresspiegel).

Man bewegt sich mit dem Gleitschirm aber selbst in den Alpen in der Regel unterhalb 3000 MSL. Hier ist bei gesunden Menschen normalerweise Höhenkrankheit kaum ein Thema, hängt im Einzelfall von der Aufenthaltsdauer, der Gewöhnung und dem einzelnen Piloten ab.



Ist Gleitschirmfliegen sehr teuer?

Gleitschirmfliegen ist im Vergleich zu anderen Freizeitbeschäftigungen ein kostspieliges Hobby.

Im Vergleich zu anderen Luftsportarten stellt aber Gleitschirmfliegen die kostengünstigste Variante dar, um in die Luft zu kommen.


Kosten für Ausrüstung

Die Kosten für eine komplette Neuausrüstung erscheinen auf ersten Blick sehr erheblich und abschreckend. Sie betragen zwischen 2.800 und 6.300 Euro und setzen sich zusammen aus:

  • Gleitschirm: 1.600 – 4.000 EUR
  • Rettungsschirm: 350 – 600 EUR
  • Gurtzeug: 250 – 1.100 EUR
  • Helm: 75 – 400 EUR
  • Kleidung: 160 – 770 EUR
  • Instrumente: 350 – 900 EUR

Eine gut erhalte gebrauchte Komplettausrüstung ist jedoch schon für etwa 2.500 Euro zu bekommen.


Kosten für Ausbildung

Die Kosten für alle Ausbildungskurse betragen zusammen etwa 920 – 2000 Euro. Sie setzen sich zusammen aus:

  • Grundkurs: 275 – 450 EUR
  • A-Schein: 200 – 600 EUR
  • Windenschein: 245 – 345 EUR
  • B-Schein: 200 – 600 EUR

Für ein Neueinsteiger ist jedoch vorerst ein Grundkurs ausreichend, um unter Fluglehreraufsicht fliegen zu können.


Laufende Kosten

  • Mitgliedschaft im DHV und im örtlicher Verein: ca. 125 EUR im Jahr incl. Haftpflichtversicherung
  • Fliegen an Flugbergen des Vereins als Mitglied: ohne Gebühren
  • Fliegen an Flugbergen anderer Vereine: Tageskarte bis 5 EUR
  • Fliegen in den Alpen:
    - 1 Bergfahrt Seilbahn: 7 EUR bis 20 EUR
    - 1 Landekarte (Tageskarte) des örtlichen Vereins: bis 5 EUR (Saisonkarten oft billiger)
    - 1 Bergfahrt mit Kleinbus: 5 EUR
  • Fliegen an der Winde: Pro Start 3 – 6 EUR
  • Kosten für Rettung neu packen: alle 3 Monate ca. 20 EUR
  • Kosten für Herstellercheck: alle 2 Jahre ca. 150 – 250 EUR



Gefährdet Gleitschirmfliegen die Natur?

Um festzustellen ob Gleitschirmfliegen umweltschädlich ist, ließ der DHV die Studie “Ikarus und die Wildtiere” durch die wildbiologische Gesellschaft in München durchführen.

Deren Untersuchungen ergaben, dass Gleitschirmfliegen die Wildbestände nicht schädigt. In häufig beflogenen Gebieten würden die Tiere nur minimal in ihrem Verhalten beeinträchtigt.

Natürlich sollte der Pilot auch selber Rücksicht auf die Natur nehmen und nicht wahllos seinen Müll abwerfen oder am Startplatz liegen lassen.

Nähere Informationen zur Studie “Ikarus und die Wildtiere” gibt es hier.



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