Ostthüringer Drachen- und Gleitschirmfliegerverein Saalfeld e.V.
Startseite ›› Fliegen ›› Drachen -› FAQ
Aktuelle Auswahl:
Fliegen

Gleitschirm

Drachen
• Geschichte
• FAQ

Vereinsausflug

Alle Fragen und Antworten rund ums Drachenfliegen



Kontaktaufnahme mit dem Drachenfliegen



Was muss ich tun, um Drachenpilot zu werden?

Der erste Schritt besteht darin, eine vertrauenswürdige Flugschule mit gutem Gelände auszuwählen.
Dort kann man nach Vereinbarung einen Schnuppertag belegen. Ausserdem kann man sich auch schon mal überlegen wo man später den eigenen Drachen aufbewahren will…



Wo kann ich denn das Drachenfliegen lernen?

Nur bei einer Flugschule.

Am besten ist, wenn du Piloten fragst, wie sie mit ihrer Ausbildung zu frieden waren. Vielleicht werden sie dir eine Flugschule empfehlen. Qualifikation des Lehrers, Schulungsmaterial und Gelände sind von erheblicher Bedeutung.

Am größten ist der Lerneffekt in der praktischen Ausbildung in einem Tandemdrachen.



Kann ich auch irgendwo mitfliegen?

Es gibt in wohl jedem Verein jemanden, der einen Passagierschein und einen Doppelsitzer hat. Einfach bei Kontaktpersonen anrufen. Preise etc. erfragen.

Meistens machen es die Flugschulen unterhalb oder zum Selbstkostenpreis.

Die Altersbeschränkungen für Passagiere sind ab sofort aufgehoben.





Vorraussetzungen für das Drachenfliegen



Bin ich schon alt genug um Drachen zu fliegen?

Das Mindestalter beträgt in Deutschland 16 Jahre (mit Einwilligung der Eltern).

Ab 18 lohnt es sich eigentlich erst so richtig, da die wichtigste Voraussetzung der Transport ist, welcher ja ein Auto/Führerschein erfordert.



Muss ich besonders sportlich sein, um Drachenfliegen zu können?

Nein, wer in der Lage ist den 20 bis 30 kg schweren Drachen einige Male den Übungshang hinauf zu schleppen und ein wenig Koordinationsfähigkeit besitzt, ist auch in der Lage, das Drachenfliegen zu erlernen. Ein fliegerärztliches Tauglichkeitszeugnis ist nicht erforderlich.



Kann ich jederzeit fliegen oder spielt das Wetter eine Rolle?

Drachenflieger sind sehr vom Wetter abhängig. Das Fliegen ist bis zu Windgeschwindigkeiten von 40 km/h (je nach Gerätetyp) möglich. Es ist nicht gefahrlos möglich bei stärkerem Wind, Gewitter oder Föhn zu fliegen.

Der Pilot muss sich deshalb vor jedem Flugtag über die Wetterlage informieren. Einholen des aktuellen Flugwetterberichts ist unbedingt erforderlich. Nur so kann man Gefahren ausschließen und erfährt noch ganz nebenbei die Prognose über die thermischen Verhältnisse, wichtig besonders wenn man größere Strecken fliegen will.

Informationen zum Wetter erhält man telefonisch durch die Flugwetterberatung oder im Internet. In unserer Linksammlung haben wir dir viele Seiten zusammengestellt.

Falls du aus unserer Region kommst kannst du auch unsere Wetterstation unter der Nummer 0170 7287230 abrufen.



Brauche ich eine Genehmigung um Fliegen zu können?

Ja man benötigt eine Fluglizenz, genau wie man zum Autofahren eine Fahrerlaubnis braucht.

D.h. erst einmal theoretische Ausbildung (u.a. Luftrecht, Gefahreneinweisung, Technik, Meteorologie, Verhalten in besonderen Fällen und Umweltschutz) und danach die praktische Ausbildung am Übungshang. Alles mit richtigen Prüfungen.

Fliegst du ohne Fluglizenz, wird dies strafrechtlich nach der Luftverkehrsordnung ähnlich wie “Fahren ohne Fahrerlaubnis” bestraft.



Benötige ich zum Drachenfliegen eine Versicherung?

Eine Haftpflichtversicherung ist gesetzlich vorgeschrieben und muss durch jeden Piloten bzw. für jeden Gleitschirm erworben werden. Der Deckungsumfang gilt bis zu einem Schaden von 1 Million Euro.

Durch die Mitgliedschaft in einem Verein erhält man diese zu günstigen Konditionen beim DHV.





Allgemeine Infos rund ums Drachenfliegen



Wie stabil ist so ein Drachen?

Beim Gütesiegeltest untersucht der DHV mit einem speziellen Testwagen die aerodynamischen Eigenschaften und die Belastbarkeit des Drachentyps.

Insbesondere muss der Drachen eine positive Belastung von +6 G und eine negative Belastung von -3G überstehen. +6G bedeutet das sechsfache der Last bei normalem Flug. Bei +6 G (erreichbar nur im verbotenen Kunstflug) “wiegt” ein 80 kg schwerer Pilot bereits 480kg! D.h. der Drachen (er)trägt dann ein Gesamtgewicht von etwa 6 * (80kg Pilot +30kg Drachen +10kg Gurtzeug) = 720 Kg ohne zu brechen. Nicht gerade wenig!

Negative Belastungen (“Rückenflug”) kommen beim Drachen normalerweise nicht vor. Die Lastgrenze ist hier, wie bei Flugzeugen üblich, etwas niedriger angesetzt.



Wie lange hält so ein Drachen?

Je nach Flugstunden und Sorgfalt vergehen locker über 10 Jahre, bis das Segel erneuert werden muss. Die übrigen sicherheitsrelevanten festen Teile werden beim Herstellerscheck sowieso alle 2 Jahre geprüft und erneuert.



Wie hoch, wie schnell und wie lange kann ein Drachen fliegen?

Die Flughöhe ist von der Thermik abhängig. Bei guter Thermik ist es möglich bis an die Basis (Wolkenunterkannte) zu fliegen. Dabei sind Flughöhen bis zu 4.000 MSL (Meter über Meeresspiegel) möglich. Doch erfordern solche Flughöhen eine Menge Übung um in der dünnen Luft nicht ohnmächtig zu werden.

Der Geschwindigkeitsbereich eines Drachens liegt bei 30 bis 100 km/h.

Die Flugzeit beträgt bei Profis bis über 10 Stunden. Ein Hobbypilot ist bei günstigen Voraussetzungen auch in der Lage über 5 Stunden zu fliegen und dabei Strecken von über 200 km zurückzulegen.



Kann man mit dem Drachen Kunstflug ausüben?

Echter Kunstflug mit dem Drachen ist vom DHV verboten.

Es gibt einige wenige Spezialisten weltweit, die es mit entsprechender Ausrüstung und Erfahrung doch tun.

Achtung: Einen Looping zu fliegen erfordert jahrelanges Training, spezielles Gerät, doppelte Rettung usw. Man braucht mindestens 120 km/h im unteren Scheitelpunkt um den Looping beenden zu können. Macht man was falsch, fällt man mit größter Wahrscheinlichkeit oben rückwärts ins Segel und der Drachen tuckt. Ein gefährliches Spiel also, wenn man nicht genauestens weiß was man tut.

Steilkurven mit bis zu 90 Grad Schräglage (und entsprechender Fliehkraft!) sind ohne weiteres möglich, man kann sich langsam daran herantasten. Die Beherrschung solcher Flugmanöver gibt sogar zusätzliche Sicherheit, man lernt das Gerät einfach besser kennen.



Wie transportiert man einen Drachen?

Ja da sind wir bei dem eigentlichen Problem.

Ein Drachen ist, wenn er “normal” zusammengelegt ist, immer noch 5 bis 6 m lang. Also bleibt uns nichts anderes übrig als ihn auf dem Dachgepäckträger unseres Autos auf einer Leiter oder einem verlängerten Gestell zu transportieren.





Der Start, die Landung



Wie lange dauert es, bis der Drachen startklar ist?

Der Aufbau eines Drachen dauert ca. 30 Minuten. Um Aufbaufehler von vornherein auszuschließen, wird der Drachen ohne Unterbrechung aufgebaut. Dabei folgt man einem festen Muster und lässt sich nicht durch Zuschauerfragen o.ä. ablenken.



Wie wird gestartet?

Der Drachen muss sauber kontrolliert auf den Schultern / Oberarmen liegen. Nase immer so tief, dass der Wind nicht drunter fassen kann. Insbesondere an Rampen oder Steilhängen möglichst weit nach vorn gehen. Nicht starten, wenn der Wind die Nase hebt. Kein Flügel darf hängen.

Wenn alles stimmt, zuerst mit kleinen, dann größer werdenden Schritten starten. Oberkörper ganz leicht vorgebeugt. Nicht aufmachen, nicht den Schulterkontakt verlieren. Den Drachen schon während des Startlaufs bewusst steuern. Schrittweite zunehmend verlängern.

Der Pilot bestimmt, wann der Drachen abhebt!



Wie wird gelandet?

Spätestens in etwa 200 m sollte man über dem Landeplatz ankommen. Dort wird eine Platzrunde geflogen und der Luftraum sondiert. Das Gurtzeug geöffnet und probeweise die Beine herausgenommen. Anschließend die Position für die Landevolte anfliegen. Am Windversatz der ersten Positionsrunde erkennt man bereits Richtung und Stärke des Windes.

In der Position kreist man die Höhe bis auf 100 m bis 60 m ab, unter ständiger Beobachtung des Peilpunktes (die Stelle, wo man aufsetzen will). Durch das systematische Beobachten des Peilpunktes und des eigenen Sinkens erhält man die Information, wann man mit dem Gegenanflug beginnen muss. Der Gegenanflug (und damit auch der Queranflug) wird so platziert dass man jederzeit Richtung Landewiese abknicken kann. Der innenliegende Flügel ist immer frei.

Der Queranflug liegt in einem Bereich ohne jegliche Hindernisse genau vor der Landewiese! Kommt man zu niedrig an oder sinkt der Drachen schneller als erwartet, wird der Queranflug rechtzeitig abgebrochen.

Zu Beginn des Endanfluges wird der Drachen etwas beschleunigt und die Beine etwas angewinkelt. Mit deutlicher Überfahrt, den Abfangpunkt anfliegen, je nachdem mittels mehr oder weniger starkem Ziehen. Die Beine aus dem Sack nehmen. Rechtzeitig, mit noch ein paar Metern Flughöhe, aufrichten. Der Drachen wird mit nochmaligem Herannehmen des Trapezes auf Geschwindigkeit gehalten und in ausreichender Höhe abgefangen, die Füße befinden sich deutlich über dem Erdboden in Laufbereitschaft. Die Ausgleithöhe wird durch dosiertes Bügeldrücken gehalten. Wichtig ist es, den Stallpunkt zu erfühlen und sich nicht an der Geschwindigkeit über Grund zu orientieren, sie variiert je nach Windverhältnissen erheblich. Bei Null oder fast keinem Wind kurz vor dem Strömungsabriss, wenn der Drachen absackt, kräftig ausstoßen. Bei deutlichem Gegenwind, erkennbar daran dass man im Endanflug nicht so recht zum geplanten Zielpunkt kommt, nicht ausstoßen sonder ein paar Schritte mitlaufen. Dabei nicht zu weit aufmachen, sonst kippt der Drachen über den Flügel weg.

TIPP: eine aufrechte Körperposition erniedrigt die Gleitzahl erheblich, besonders wenn man dabei schnell fliegt, Bügel an der Hüfte. Beides zusammen wirkt fast so gut wie ein Bremsschirm.





Ängste zum Drachenfliegen



Ist Drachenfliegen gefährlich?

Wenn man es richtig macht, nicht.

Unfälle ereignen sich natürlich wie im Straßenverkehr immer wieder, alle sind ausschließlich auf grobes Fehlverhalten des Piloten zurückzuführen. Der Pilot selbst bestimmt letztendlich das Risiko.

Drachenfliegen ist eigentlich nicht gefährlich. Fliegen ist aber wie Autofahren, Bergsteigen oder Skilaufen usw. (also sozusagen alles, außer zu Haus im Sessel den Fernseher anschauen) mit einem Restrisiko behaftet. Dieses gilt es, so klein wie nur eben möglich zu halten. Durch Ausbildung, Training, intaktes Gerät, verantwortungsvolles, umsichtiges Handeln, usw.

Drachenfliegen ist ein Sport für charaktervolle, selbstkritische Leute mit kühlem Verstand. Es erfordert viel Sorgfalt im Umgang mit dem Gerät und bei der Beurteilung der Wind- und Wetterverhältnisse.

Nur wer wirklich Rückgrat hat, baut seinen Drachen auch vor hundert sensationslüsternen Zuschauern wieder ab ohne zu starten, wenn das Wetter / der Wind eben nicht passt!



Kann ein Drachen eigentlich abstürzen?

Nein, von selber abstürzen kann er nicht.

Anfängerdrachen fliegen eigenstabil. D.h. nach einer Steuerbewegung des Piloten kehren sie fast von selber wieder in den Trimmflug zurück.

Hochleister setzen eher einen aktiven Piloten voraus.

Einen Drachen im Flug zu zerstören ist unmöglich, solange man nicht unzulässig Kunstflug betreibt, oder massive Pilotenfehler macht. Dann kann es zum Beispiel zum Tuck (Überschlag) und/oder Gerätebruch kommen.

Natürlich kann man auch einen Start oder eine Landung so extrem vermasseln, dass Pilot und/oder Gerät beschädigt werden z.B. bei Kollision mit einem Hindernis.



Kann mir beim Fliegen übel und schwindlig werden?

Nur wenige Menschen haben wirklich Höhenangst. Viel verbreiteter und physiologisch bedingt ist das Schwindelgefühl, welches man beim senkrechten Herunterschauen vom Fenster oder über ein Geländer ab einer gewissen Höhe bekommt. Dieses Gefühl kommt daher, dass der optische Eindruck nicht mit dem des Gleichgewichtssinns zusammenpasst.

Beim Fliegen ist es ganz anders! An die Belastungen im Flug gewöhnt sich der Körper schon nach wenigen Momenten und man denkt kaum noch daran, zumal man in dem Gurtzeug wie in einem Sessel sitzt und die Verschlüsse ein Herausfallen unmöglich machen. Man wird durch die Luftbewegung auch nicht seekrank (jedenfalls nicht bei normalem Wetterlagen), ein Gleitschirm schaukelt viel weniger als ein Schiff.

Es gibt einzelne Piloten, die in großer Höhe ein flaues Gefühl im Magen bekommen und daher lieber nicht so hoch fliegen.



Kann ich nicht Höhenangst bekommen?

Man kann Höhenangst durch Gewöhnung überwinden. Der Begriff Höhenkrankheit bezieht sich ausschließlich auf die Auswirkungen des niedrigen Luftdrucks in alpinen Höhen von über 4000 MSL (Meter über dem Meeresspiegel).

Man bewegt sich mit dem Gleitschirm aber selbst in den Alpen in der Regel unterhalb 3000 MSL. Hier ist bei gesunden Menschen normalerweise Höhenkrankheit kaum ein Thema, hängt im Einzelfall von der Aufenthaltsdauer, der Gewöhnung und dem einzelnen Piloten ab.



Gefährdet Drachenfliegen die Natur?

Um festzustellen ob Drachenfliegen umweltschädlich ist, ließ der DHV die Studie “Ikarus und die Wildtiere” durch die wildbiologische Gesellschaft in München durchführen.

Deren Untersuchungen ergaben, dass Drachenfliegen die Wildbestände nicht schädigt. In häufig beflogenen Gebieten würden die Tiere nur minimal in ihrem Verhalten beeinträchtigt.

Natürlich sollte der Pilot auch selber Rücksicht auf die Natur nehmen und nicht wahllos seinen Müll abwerfen oder am Startplatz liegen lassen.

Nähere Informationen zur Studie “Ikarus und die Wildtiere” gibt es hier.



Besucher: 308763